Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Montag, 21.09.2015, 15:32

Liebe Leser/innen.

Es bleibt historisch. Mein Buchtipp der Woche passt zum Interview letzter Woche. Andreas Pittler lässt in seinen Büchern den Protagonisten aus Gerhard Loibelsbergers Romanen auftauchen und umgekehrt. Ich möchte euch heute den neuen Roman von Gerhard Loibelsberger als Extra Buchtipp ans Herz legen.

Er heißt „Der Henker von Wien“ und ist wieder im Gmeiner Verlag erschienen und soll der vorletzte Roman des Zyklus um Oberinspektor Nechyba sein. Die Romane Loibelsbergers spielen zur Zeit des Untergangs der Donaumonarchie. Als Ergänzung sind auch eine Kurzgeschichtensammlung und ein Freizeitführer durch Nechybas Wien erschienen.

Bevor ich etwas zum neuen Roman sage, möchte ich euch den Autor kurz vorstellen:


(Foto: ©Inés Bacher)

Gerhard Loibelsberger wurde 1957 in Wien geboren. 2009 startete Gerhard Loibelsberger mit den Naschmarkt-Morden eine Serie von historischen Kriminalromanen rund um den schwergewichtigen Inspektor Joseph Maria Nechyba.

Den Naschmarkt-Morden folgten 2010 der Reigen des Todes sowie 2011 Mord und Brand. 2012 erschienen der Wienführer Nechybas Wien – 33 Lieblingsspaziergänge und 11 Genusstipps sowie Loibelsbergers erster Venedig-Krimi Quadriga. 2013 wurden das vom Autor gesprochene Hörbuch Die Naschmarkt-Morde sowie der 4. Band der Nechyba-Serie Todeswalzer veröffentlicht. Das Hörbuch Todeswalzer folgte im Februar 2014.

Bei der im Sommer 2014 erschienen Anthologie Wiener Seele fungierte er als Herausgeber.

Live kann man Gerhard Loibelsberger bei einer seiner zahlreichen Lesungen sowie bei Auftritten mit dem Jazz- & Improvisationsprojekt Club Dada und seiner Undergroundband Der dritte Mann erleben. www.loibelsberger.at




Ich habe das neue Buch gelesen.

Hier meine Meinung:

(© Cover Gmeiner Verlag)

Der Henker von Wien


„Hunger und Liebe sind die Triebkräfte aller menschlichen Handlungen.“
(Anatole France (1844 - 1924), eigentlich Anatole François Thibault, französischer Erzähler, Lyriker, Kritiker und Historiker, Nobelpreis für Literatur 1921)




„Der Henker von Wien“ ist der fünfte Roman aus dem alten Wien mit dem schwergewichtigen Inspektor (mittlerweile Oberinspektor) Nechyba.
Wir schreiben Oktober 1916, die Versorgungslage mit Lebensmitteln ist katastrophal. Die Menschen hungern. Das wenige, das sie um die Lebensmittelmarken erstehen können, macht nicht satt, und oft gibt es nicht einmal etwas zu kaufen.
Österreich hat gleich zu Beginn des Krieges seine Kornkammer Galizien an Russland verloren. Zusätzlich straft Gott das Land auch noch mit unterdurchschnittlichen Ernten. Es gibt keine Milch, kaum Fleisch, Gemüse oder Fett. Der Bezug von Mehl ist rationiert, deshalb muss Nechyba auf sein Semmerl zum beliebten Gulasch verzichten, weil es in ganz Wien keine Semmeln mehr gibt. Und auch an Erdäpfeln wird im Gasthaus „zum Rebhuhn“ gespart und so bleibt Nechyba nichts anderes übrig als auf das Auftunken des Saftes zu verzichten.
Glücklicher sind nur jene die in diesen schwierigen Zeiten über ein eigenes Stück Land verfügen, das sich zum Anbau von Obst und Gemüse eignet. Wiener fahren zu Hamsterkäufen in ländliche Gebiete.

So ist es kein Wunder, dass der Schwarzmarkt floriert. In Hinterhöfen und –zimmern werden Lebensmittelgeschäfte durch dubiose Schleichhändler abgewickelt. Ohne Lebensmittelmarken, dafür zu horrenden Preisen. Die Konkurrenz ist groß. Einer dieser Schleichhändler, den alle nur unter dem Namen „die Quelle“ kennen, schaltet andere Händler und Lieferanten aus in dem er sie aufhängt.

In dieser schwierigen Zeit erregt ein Attentat auf Ministerpräsident Graf Stürgkh die Gemüter. Mehrere Kopfschüsse wurden auf ihn gerichtet. Zur selben Zeit wird der Prokurist des Kühl- und Gefrierhauses der Stadt Wien ermordet. Erhängt. Von der Quelle? Die Suche nach dem „Henker von Wien“ gestaltet sich als schwierig und wird auch für Nechyba sehr gefährlich...

Das neue Buch um Inspektor Nechyba ist grausamer und mitreißender als je zuvor. „Der Henker von Wien“ ist düsterer und dunkler als seine Vorgänger, entsprechend der Zeit in dem das Buch spielt. Kaiser Franz Joseph I stirbt im Alter von 86 Jahren, der Untergang der Monarchie ist greifbarer und näher als je zuvor. Gerade für Nechyba ist der Hunger und der Lebensmittelmangel besonders schlimm, kennen die Leser ihn ja als sehr gern essenden und auch kochenden Mann.

Loibelsberger versteht es den Leser zu fesseln, und ihm den Hunger, das Leid und die Sehnsucht der Menschen nach einem besseren Leben nahe zu bringen.
Das gelingt ihm vor allem durch die Erzählperspektive der jungen Marie, die sich mit dem Schleichhändler einlässt, damit ihre Mutter und sie endlich was zu essen haben. Der Wunsch ein schönes Leben zu führen, abseits vom Schmutz und dem Hunger treibt sie in die Arme eines skrupellosen Mannes, der sie mit Geschenken überhäuft, die ihr den Blick auf den wahren Menschen verblenden.
Der Leser leidet und hofft mit Marie mit, auch mit ihrer Mutter, die sich von ihr abwendet. Durch ihre Augen erleben wir auch den Kampf um das tägliche Brot mit, wundervoll erzählt in Kapitel 1/3.
Man glaubt förmlich auf der Strasse zwischen all den Menschen zu stehen, man riecht das frische Brot im Ankerwagen. Ein Geruch der sich mit den Fäkalien auf den Straßen und den Buttersäuregeruch der Menschen vermengt.

Gerade in Zeiten wie diesen, wo Tausende Menschen aus kriegsgebeutelten Gebieten Schutz suchen und in sichere Länder fliehen, ist es gut sich vor Augen zu halten, dass es auch Österreich nicht immer so gut ging wie heute.

Historische Fakten und Wiener Lokalkolorit kommen auch im vorliegenden Buch nicht zu kurz. Nur dem üblichen schwarzen Humor wird hier gespart, was durchaus verständlich ist, denn diese Zeit war alles andere als lustig. Interessant sind in diesem Teil die Rezepte, die Nechybas Frau und er auf den Tisch bringen und es sicher wert sind sie auszuprobieren, damit man sieht, dass es eigentlich nicht viele Zutaten braucht, um satt zu werden. Und einen Auftritt von Bronstein für Fans von Andreas Pittler gibt es auch. Interessante Randnotiz: Das Buch gibt es nur als Taschenbuch, und nicht als E-Book. Der Autor setzt sich seit Jahren für Printbücher ein und setzt damit ein Zeichen.

Fazit: Ein packender, sensibel erzählter und top recherchierter historischer Roman über eine dunkle Zeit in Österreich, die viele vergessen oder nicht erlebt haben, aus der Feder eines Autors, der sein Publikum zu fesseln vermag und sein Fach versteht. Nicht nur für eingefleischte Fans von Gerhard Loibelsberger ein Hit, sondern für jeden, der gern über den Tellerrand schaut und mehr über die Vergangenheit unseres Landes wissen will. Und natürlich auch für Krimileser.

Prädikat: Mein Top Tipp der Woche!




(©Gerhard Loibelsberger)

Im Dezember 2014 habe ich euch den Autor schon einmal ausführlich in einem Wochenspecial vorgestellt.
Hier kommt ihr zu der vollständigen Werkschau: http://www.woman.at/mywoman/jbwind/20141214/

Ich habe Gerhard Loibelsber damals auch interviewt. Das vollständige Interview könnt ihr hier nachlesen:
http://www.woman.at/mywoman/jbwind/20141215/
Liebe Leser/innen, wenn ihr mehr über den Autor wissen und keines seiner Bücher mehr verpassen wollt, dann folgt ihm doch auf facebook, oder schaut auf seiner Website http://www.loibelsberger.at/ vorbei.

Wenn ihr den Autor gern persönlich treffen wollt, dann habt ihr im Oktober 3 Möglichkeiten:

Gerhard Loibelsberger liest am 6. Oktober 2015 zweimal im Rahmen der Wiener Kriminacht.
Einmal um 19 Uhr im Thalia W3 und um 20:30 in seinem Lieblingscafe Sperl.
Mehr zur Wiener Kriminacht und den Lesungen der anderen Autoren findet ihr hier: http://www.kriminacht.at/de/home

In der selben Woche, am 9. Oktober 2015 liest Gerhard Loibelsberger um 19:30 im Cafe Museum



(Gerhard Loibelsberger mit Andreas Pittler. Die Figuren aus den Romanen der beiden Autoren haben immer wieder einen gegenseitigen Auftritt. Außerdem bieten die Autoren humorvolle Doppellesungen an, die bei Fans sehr beliebt sind)

Es bleibt historisch auf Lies und plausch. Als nächstes erwartet euch ein Interview mit Franz Preitler. Nächste Woche gibt es dann wieder einen Abstecher ins Thriller-Genre und ein Interview mit Roman Klementovic, der heuer sein Debüt veröffentlicht hat.

Und wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, klickt euch doch auf der Facebookfanseite zu Lies und plausch mit Jenny ein!

Eine komplette Liste aller bisherigen Specials findet ihr auf meiner Website www.jennifer-b-wind.com

Bis bald bei Lies und plausch
Eure Jenny