Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Donnerstag, 16.04.2015, 21:06

Liebe Leser/innen,

bisher habe ich euch den Club der fetten Dichter vorgestellt und einen kurzen Einblick in das Projekt „The Wall“ gegeben. Eines der Gründungsmitglieder des Clubs der fetten Dichter hat sich auf der Frankfurter Buchmesse mit mir zu einem Interview getroffen: Der Autor Rainer Wekwerth.


Beide waren wir bereits seit Tagen auf den Beinen. Ich hetzte auch an diesem Tag von Interviewtermin zu Interviewtermin und war dementsprechend außer Atem als ich beim Arena Stand ankam und sehr hungrig, da die Mittagspause ausgefallen war.

Rainer empfing mich mit einem Lächeln, das mich den ganzen Stress vergessen ließ. Leger in Hemd und Sakko, ohne Krawatte, einen Arm lässig auf den Tresen gestützt, stand er während des Interviews mir gegenüber.


Alle fünf Minuten wurde unser Gespräch unterbrochen, weil Rainers vorwiegend junge Fans, sich die Chance auf ein Autogramm ihres Lieblingsautors nicht entgehen lassen wollten.
Er ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig beantwortete er alle meine Fragen und widmete sich nebenbei den Fanwünschen.
Mein Aufnahmegerät glühte hingegen. Es war eine Herausforderung bei dem Lärm überhaupt eine gute Tonspur zu erhalten. Deshalb hat es auch viermal so lange gedauert, bis ich dieses Interview endlich abgetippt hatte. ;-) Also bitte seid nachsichtig mit mir.


(Im Gespräch mit Rainer Wekwerth; © J.B.Wind)

Viel Spaß wünsche ich euch beim Lesen des spannenden Interviews mit dem Autor, der sich selbst als Teilchen im großen Ganzen sieht, zu dem wir alle gehören.



(Cover: ©Der Club der fetten Dichter)

Lieber Rainer, danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. „The Wall“ ist seit 5. Oktober 2014 im Handel. 6 Autoren haben zusammen an einem Fortsetzungsroman geschrieben. Welcher Teil ist von dir?

Darf ich nicht verraten, aber sagen wir mal so, es war ein wichtiger Teil.


Ach, der letzte?
(zieht die Augenbrauen hoch und lacht) Ich hab jetzt nichts gesagt.




(Foto: © Der Club der fetten Dichter)


Wer ist auf die Idee zu diesem interessanten Projekt gekommen?

Ich wollt schon immer mit Thomas Thiemeyer zusammen ein Buch schreiben, weil ich das Schreiben manchmal einsam finde, da man keinen Austausch hat. Der Thomas hat das immer abgelehnt, sagte er müsse für sich alleine „rumwurschteln“, und aus Angst, dass wir am Ende keine Freunde mehr sind wollte er das nicht riskieren.


(Foto: ©Der Club der fetten Dicher)

Eines Tages habe ich das im Club der fetten Dichter angesprochen, und die Mehrheit hat gesagt: „Ja super, geil machen wir!“ Thomas war ein bisschen zögerlich, hat sich dann aber auch dafür begeistert. Um ein Thema zu finden, haben wir einen Ideenwettbewerb gemacht, bei dem jeder blind abgestimmt und Punkte vergeben hat. Der Thomas hat dann die meisten Punkte mit seiner Geschichte „The Wall“ vereint. Das ist also seine Idee. Meine Idee hätte auf dem Schiff stattgefunden auf einem Ausflugsdampfer. (Anmerkung der Redaktion: Diese Idee dürfte dann Sebastian Fitzek weiter entwickelt haben. ;-))


(Der Club der fetten Dichter bei der Buchpräsentation von The Wall in einer Höhle; ©Club der fetten Dichter)


Als wir diese Grundidee hatten, bekam jeder die Aufgabe 2 Figuren beizusteuern und zu entwickeln. Mit dieser Figur hat er dann seinen Teil der Geschichte geschrieben, natürlich nimmt jeder die Figuren der anderen mit. Aber die Figur, die du entwickelt hast, bestimmt vordergründig die Handlung in deinem Teil. Wir haben dann aber auch Figuren wieder gestrichen. Zum Beispiel hatten wir einen Running Gag: Wer ist eigentlich Natalie Koch? Die Natalie hat Hermann erfunden, die ist immer herumgegeistert, die hat man aber nie gesehen. Dann haben auch die Lektoren gefragt, wer ist Natalie Koch, bis wir dann gesagt haben, dass wir sie dann auch herausstreichen können.




Wieso verlegt ihr The Wall selbst?
Weil alles andere schwierig wäre. Wir sind alle bei unterschiedlichen Verlagen und haben andere Agenten, manche haben zwar den gleichen Agenten, aber es ist grundsätzlich schwierig so ein Projekt offiziell auf die Reihe zu bringen. Wir sagten: „Wir machen das einfach, vergesst die Agenten und die Verlage auch, die werden das schon schlucken.“ Wir Autoren sind ja zu nichts verpflichtet. Vielleicht verkaufen wir das Projekt eines Tages, ansonsten bringen wir es selbst als Buch raus. Ja, das wird dann ein richtig schönes Buch sein.



(©Der Club der fetten Dichter)


Beim Schreiben hat also jeder einen Teil geschrieben, habt ihr das gegenseitig kontrolliert, lektoriert, oder habt ihr am Anfang einen Plot geschrieben, damit alles zusammen passt?
Am Anfang haben wir einen Masterplot geschrieben. Einer hat den Masterplot geschrieben, er hat den Überblick über alle Teile. In dieser Linie haben wir alle zusammengestimmt, aber er hatte ein Auge drauf, dass wir das alles umsetzen. So haben wir uns abgesprochen, jeder hat zwar seinen Teil geschrieben, aber es war auch immer ein Stück Gemeinschaftsarbeit beim Plotten. Geschrieben hat dann jeder alleine. Danach hat jeder seine Änderungswünsche, Vorschläge eingebracht. Wenn es machbar war, wurde es auch korrigiert, sodass es eine Einheit war.


Wie lange hat das ca. gedauert?
2 Jahre. In der Zeit habe ich drei Bücher geschrieben.





(Foto: J. B. Wind)


Das ist das Stichwort. Du selbst hast schon sehr viele Bücher veröffentlicht, unter deinem eigenen Namen als auch unter Pseudonym, zum Bsp. unter David Kenlock. Deine Jugendbücher laufen ebenfalls sehr erfolgreich bei Arena. Hast du dir das so vorgestellt, als du mit dem Schreiben begonnen hast?
Vorgestellt ist schwierig zu sagen, weil sich das entwickelt, das wirst du auch verstehen. (Ich nicke)
Ich bin eigentlich in meinem Herzen Kinderbuchautor. Ich habe auch am Anfang Kinderbücher geschrieben. Dann ist ganz was Komisches passiert und ich hab den größten Preis meines Landes dafür gewonnen. Aber ich war bei einem kleinen christlichen Verlag und die hatten kein Programm für Kinderbücher. Ich hab meine Idee damals mit der Post geschickt, es gab noch kein Internet. Da stand aber nur Quellverlag, ich wusste nicht, dass dies kein Kinderbuchverlag ist. Hätte ich gewusst, dass dies ein christlicher Verlag ist, der eigentlich nur Gebetsbücher macht, hätte ich es nie hingeschickt.


(Das erste Buch von Rainer Wekwerth. Coverbildrechte liegen beim Verlag)


Ich habe Hunderte von Absagen bekommen, aber dieser kleine christliche Verlag hat “Emilys wundersame Reise ins Land der Träume“ ganz liebevoll gedruckt mit 41 Einzelillustrationen, jede Buchseite wurde vierfarbig gestaltet, da die Seiten zusätzlich einen farbigen illustrierten Schmuckrand haben, der passend zu jeweiligen Handlungsort der Geschichte ist. in 4 Farben und tolle Illustrationen und dann habe ich den Landespreis für Kinder- und Jugendbuch Baden-Württemberg gewonnen. Im gleichen Jahr wurde der Verlag verkauft. Dann bin ich auf einmal ohne Verlag dagestanden und du wirst nicht glauben, ich hab keinen Kinderbuchverlag mehr gefunden.
Also habe ich einen Fantasy Roman geschrieben, der war zwar nicht erfolgreich, aber Agenten sind auf mich aufmerksam geworden, der Schlück und der Hocke wollten mich haben. Ich bin dann zum zuerst zum Schlück gegangen, der Schlück hat mich an den Scherz Verlag vermittelt, da war ich dann die nächsten Jahre auf Erwachsenen-Romane festgelegt.




(Foto: ©Rainer Wekwerth)

Jeder Autor hat einen anderen Arbeitsstil. Es gibt jene, die sehr konsequent ihr Pensum durchziehen und detailliert vorgehen und jene, die einfach drauf los schreiben und auch nicht jeden Tag. Wie arbeitest du?

Ich arbeite konsequent jeden Tag von 8-10 Uhr. Das hört sich wenig an, aber in diesen zwei Stunden gebe ich Vollgas, ich habe für mich herausgefunden, wie ich es am besten machen kann. Wenn ich abends im Bett liege überlege ich, was ich am nächsten Tag scheiben werde. Am nächsten Tag spule ich alles in meinen Kopf ab und dann fließt es. So lange bis zu dem Wort, an welches ich am Abend zuletzt gedacht habe, und dann ist aber auch Schluss. Und mehr geht dann aber auch nicht. Ich muss einen gewissen Tagessatz schaffen, ich muss auf 1000 bis 1200 Wörtern kommen. Jetzt schreibe ich ja unter Volldampf am neuen Buch, den Titel darf ich noch nicht verraten.



Eine neue Trilogie?
Nein, ein Einzelband mit einer Frau als Hauptfigur, es ist eine große Liebesgeschichte drinnen, es wird wieder ungewöhnlich, der Verlag ist vollkommen hin und weg. Mal schauen ob das was wird.




(Cover: © Arena Verlag)

Du bist sehr erfolgreich im Jugendbuchbereich unterwegs. Der erste Teil deiner Labyrinth Trilogie hat unter anderem die Goldene Leslie 2014 erhalten. Wie ist die Idee zu dieser Trilogie entstanden?

(Die goldene Leslie; Foto: © Rainer Wekwerth)

Die Figuren waren sofort da. Die Figuren sind an einer Geschichte auch immer das Wichtigste. Ich beginne immer mit den Figuren. Die Vergangenheit der Jugendlichen habe ich ganz weggelassen und fragte mich, warum sind die hier? Es ist praktisch die ultimative Castingshow. Sie befinden sich in einer großen Welt, aber um in die nächste Welt zu kommen, müssen sie durch Tore gehen. Und das Spannende und der Clou an der Sache ist, dass es immer weniger Tore als Personen gibt, so dass zwangsläufig immer einer zurück bleiben muss, immer. Und das hat für die Gruppe unheimlich viel Bedeutung, es kann dich treffen oder es kann den treffen, den du magst und irgendwann trifft es wirklich nur mehr die Leute die du magst, weil die anderen schon weg sind.


(Rainer Wekwerth bei der Preisverleihung zur goldenen Leslie; Foto: © Rainer Wekwerth)


Und dann habe ich mir gedacht, dass es sehr spannend ist, die Gefühle herauszufinden, die die Leute haben. Was ist wahrer Hass, was ist wahre Liebe? Damit die Figuren auch harmonieren, brauche ich einen äußeren Druck. Ich hatte die Idee für diese unmenschliche Situation: Entweder du lebst oder du bist tot, entweder du hilft oder du hilfst nicht.
Mein Ziel war die absolute Wahrheit herauszufinden, wo Gefühle nicht mehr gefälscht werden können, darum hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu schreiben. Und als meine Lieblingsfigur Leon gestorben ist, habe ich Rotz und Wasser geheult.




(Cover: © Arena Verlag)


Manchmal muss man das leider machen, damit die Geschichte funktioniert. In Game of Thrones sterben ständig Sympathieträger.
Ich bin kein Puppenspieler, ich bin nicht der liebe Gott, ich weiß, dass ich Figuren erschaffen habe, manchmal habe ich das Gefühl, als hätte ich sie kennen gelernt. In Meiner Vorstellung sind diese Menschen lebendig, die quatschen miteinander, so irre das auch klingt. Wenn ich mir die Szene vorstelle, sehe ich, wie sie agieren. Leon hat ein gewaltsames Leben gehabt, und es war auch klar, dass er gewaltsam sterben wird. Und er hat einen großartigen Tod, indem er sich für andere geopfert hat. Er hat alles erreicht, was er früher in seinem Leben nie erreicht hat, und er hat sich dann geopfert. Leon war meine stärkste Figur und wenn du ihn dann herausnimmst, musst du es wieder irgendwie ausgleichen. Einen Jeff und eine Jenna sind nicht so stark wie Leon, also musst du die reifen lassen. Wenn eine Figur dominant ist und dann weg ist oder stirbt, übernehmen andere Figuren die Führung, sie entwickeln Führungsqualitäten, weil sie müssen.



(Cover: ©Arena Verlag)


Du hast ein Hobby, das ist der Whiskey. Du bist auch in einer Gruppe, die sich der Whiskey Club nennt. Wie bist du zu dieser Liebhaberei gekommen.

Ich hab schon immer gerne Alkohol und Schnäpse gemocht. Ein Freund von mir hat einen Tabak und Whiskey Laden und hat ein Whiskey Tasting gemacht, zudem er mich eingeladen hat. Da habe ich einen probiert und sagte, der ist ja lecker. Eine Gruppe ist immer wieder eingeladen worden und ich eben auch und habe mittlerweile 80 Videos gedreht.



(Cover: ©Arena Verlag)


Eines der Videos über Sammlerwhiskeys habe ich unten für die Leser/innen beigefügt. Auf Youtube gibt es noch jede Menge mehr zu verschiedenen Themen rund um den Whiskey. Dein anderer Club „Der Club der fetten Dichter“ von dem wir bereits am Anfang des Interviews gehört haben, als wir über THE WALL gesprochen haben. Der Club ist sehr prominent besetzt. Was gibt dir der Club. Warum bist du Mitglied? font>
Der Club ist ganz witzig entstanden: 1999 haben sich vier Leute aus Stuttgart auf dem Kongress getroffen. Der Andreas Eschbach, Michael Marrak, Thomas Thiemeyer und ich. Und wir haben festgestellt, wir haben alle Preise gewonnen. Ich für das beste Kinderbuch, Michael Marrak für die beste Kurzgeschichte, Andreas Eschbach für den besten Roman, Thiemeyer für die beste Illustration, der war damals noch nicht Autor. Dann haben wir uns zusammengesetzt, wir könnten uns ja mal in Stuttgart treffen, treffen wir uns im Maredo in Stuttgart und essen ein gutes Steak, deswegen fette Dichter = fette Steaks. Wir haben uns am Anfang immer gegenseitig unterstützt und Skripte zum Lesen gegeben. In einer Danksagung kannst du nachlesen, dass ich Eschbach gezwungen habe 150 Seiten seines Buches zu streichen. Der komplette Anfang die ersten 150 Seiten kannst du ja wegtun. Der Andreas ist aber dann nach Frankreich gezogen der Michael Marrak ist hochgezogen in den Norden, dann war eine Zeit lang der Wulf Dorn dabei, Patrizia Mennen ist jetzt dabei. Die Leute gehen auch wieder und dafür kommen neue rein. Wir nehmen Leute rein, von den wir glauben, dass sie das Potential haben. Oliver Kern und Uwe Laub haben wir damals aufgenommen, obwohl sie noch nichts veröffentlich hatten, aber wir glaubten, dass die Jungs so gut sind.


Mittlerweile haben die Jungs auch bewiesen, dass sie gut sind. Aber man muss Steaks mögen und Bier?
Ja, du musst die ersten fünf Jahre auf andere Getränke verzichten. (Rainer schmunzelt)


Braucht man einen bestimmten Bauchumfang?
Das wir einen Bodymaßindex einführen, das wäre der Hammer. Tun wir aber nicht, sonst würde da immer ich gewinnen.


Du warst auch als Agent tätig und bist ein sehr erfolgreicher Schreibcoach. Wie fühlst du dich wenn es einer deiner Schützlinge geschafft hat.
Es haben auch schon über 50 geschafft und zwar in große Publikumsverlagen wie der Daniel Wolf, der hat jetzt glaub ich 400 oder 500 Tausend Bücher verkauft. Der heißt eigentlich Christoph Lode, aber auch andere Schüler von mir sind richtig gut,
Ich bin wie ein Papa, ich war dabei, das sind so Erstlingswerke. Es ist schön, wenn du siehst wie sich etwas entwickelt und was daraus werden kann. Immer wieder den Traum neu träumen, diesmal nicht als Träumer sondern als Begleiter, das ist einfach schön.

Du bist sicher schon in einigen Danksagungen. Das ist ja dann auch schön. Du bist auch in meiner Danksagung, obwohl ich ja keinen Kurs bei dir gemacht habe, aber hysterische Anrufe (lacht) und du hast dir immer Zeit genommen, um mir meine Zweifel zu nehmen, du hast da dir Ruhe weg, bist also ein toller Coach.
Ja, klar darum geht’s doch. Ich bin Grafikdesigner von Beruf ich könnte mein Geld viel einfacher verdienen, ich hatte jahrelang eine Grafikagentur gehabt, aber es geht darum, dass du siehst, wie viel Freude und Glück du daraus ziehst und zu sehen, wie ein Traum eines anderen wahr wird, mehr geht doch gar nicht, das ist schön.



Gibt es irgendetwas, das du noch gerne verwirklichen möchtest.
Ich möchte einen reinen Liebesroman schreiben, einen ernsthaften Liebesroman, und ich möchte das eines meiner Bücher verfilmt wird, das ist mein nächstes Nahziel, und das ist es eigentlich.



Wird The Wall nach 6 Folgen vorbei sein, oder habt ihr euch da noch nicht festgelegt? Meiner Meinung nach ist da noch Luft. Also das Ende ist doch kein Ende, oder?
Die 2. Staffel ist in Planung, aber wir werden es davon abhängig machen, wie viele Leser wir finden. Wenn wir nur für ein paar Hundert Leser schreiben ist dieser Aufwand viel zu groß. Wir haben ja alle Projekte, die wir schreiben müssen.


Bei den fetten Dichtern ist auch eine Frau dabei, wieso ist sie nicht bei The Wall dabei?
Weil wir schon vor zwei Jahren begonnen haben, und wir haben sie erst jetzt aufgenommen. Aber wenn wir The Wall weiter schreiben sollten, kriegen die neuen Mitglieder das Angebot mitzumachen.


Was würdest du gern verändern, wenn du es könntest?
Da gibt’s so viel, ich würde glaub ich die halbe Welt ändern, ich würde gerne jedem bewusst machen, dass Alles mit Allem verbunden ist. Das wir nichts tun können, ohne dass es sich auf einen zurückwirft. Und ich glaube es ist nicht egal, ob Delfine sterben oder Plankton verschwindet oder die Gletscher abtauen, und wenn wir erkennen das alles miteinander verbunden ist, können wir etwas verändern, wir sind die Schöpfer. Aber das ist ein sehr hoher Anspruch.


Ich bin ganz deiner Meinung. Das große Umdenken hat leider nicht stattgefunden.
Aber es wird kommen, und die Physik zeigt, dass wirklich alles miteinander verbunden ist. Alles ist Licht, der Stoff aus dem wir gebaut sind, ist der gleiche Stoff wie der des Universums. Auf Quantenebene gibt es keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.


Deshalb sind auch Zeitreisen generell möglich.


Es gibt Teilchen die einen Ausganspunkt haben sich verändern,


Welche Bücher liest du privat gern und was machst du sonst noch, um zu entspannen?
Mein Lieblingsbuch ist „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, ein sagenhaftes Buch, eigentlich Pflicht für jeden. Und Davor? Tribute von Panem hat mir gut gefallen, wobei der 1. wirklich gut war die anderen wurden ein bisschen schwächer, sonst jede Menge Stephen King, Ken Follett, ich lese ziemlich viel.


Was machst du um dich zu entspannen?
Lesen..., auch die Arbeit meiner Schüler, Whiskey genießen ein bisschen Sport, sehr gerne Spazierengehen so im Dorf, und dann natürlich Familie.


Du hast auch ein Kind?
Ja die ist 12.



(©Rainer Wekwerth)

Ist sie Stolz auf den Papa?
Ja, vor allem sie schreibt schon selber. Mit ihr diskutiere ich auch wie Lehrer und Schreibschüler, es mangelt noch an der Disziplin und am Durchhaltevermögen. Sie schreibt lange Konzepte und ich sage, man kann den ganzen Tag übers Schwimmen reden, aber irgendwann muss man mal ins Wasser um zu schwimmen, sonst wird es nix. Aber da kommt sie noch hin. Sie ist auf jeden Fall viel talentierter als ich damals war.


Kann man das selbst beurteilen, hattest du Mentoren?
Ja, das kann ich beurteilen, ich hatte keine Mentoren, unterstützt haben mich Thomas Thiemeyer, Eschbach, aber alles was ich weiß, habe ich mir selbst erarbeitet. Ich glaube, ich kann mein Können gut selber einschätzen, sprachlich sind viele Autoren besser als ich. Ich benutze Sprache als Werkzeug und will, dass die Sprache verschwindet und dass die Sätze einfach und kurz sind, ich will, dass im Kopf Bilder entstehen. Die Gefühle, die ich entwickle transportieren kann, und da will ich nicht mit Wörtern ablenken. Es gibt Leute, die besser schreiben können als ich und wie weit mein Talent reicht, weiß ich noch nicht.



(Foto: © J.B.Wind)

Wofür nutzt du die Buchmesse? Außer dich mit mir zu treffen ;
Das war natürlich der Hauptgrund hierher zu fahren. (grinst) Nein, ich muss präsent sein für den Verlag, ich muss auch ein bisschen Werbung machen, morgen habe ich eine Podiumsdiskussion, aber es gibt auch viele Leute die mich mal treffen wollen, Schreibschüler, Blogger, und so kommt es, dass ich von Termin zu Termin renne. Bis jetzt habe ich noch kein einziges Buch in die Hand genommen.


Ja, so geht es mir auch, zum Bummeln durch die Stände bin ich noch gar nicht gekommen. Lieber Rainer, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.

(Cover: ©Arena Verlag)

Rainer Wekwerths neues Buch erscheint übrigens am 15.05.2015 im Arena Verlag erscheinen. Er heißt „Blink of Time“.
Und darum geht es:
Sarah Layken flieht vor der Realität – doch vor welcher? Ein Junge will ihr helfen – doch woher weiß er von ihrem Problem? Kein Leben ist wie das andere – doch welches ist das richtige? Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.


Anbei habe ich noch ein paar Videos für euch.

Und nach wie vor gilt. Ihr könnt Bücher der Autoren vom Club der fetten Dichter ergattern. Uwe Laub stellt ein Exemplar von BLOW OUT,
Thomas Thiemeyer ein Exemplar von DEVIL´S RIVER.
Und Oliver Kern ein lässt euch sogar die Wahl: Entscheidet euch für „Die Spur des Bösen“ (Egmont LYX Verlag) oder brandneu „Die Spur der Tränen“ (Sieben Verlag)
Was müsst ihr diesmal dafür tun?

Versetzt euch in die Lage der Protagonist/innen aus „The Wall“: Was würdet ihr zuerst tun, wenn ihr in einer fremden Umgebung zwischen lauter fremden Leuten aufwachen würdet? Der Club der fetten Dichter wird die sechs interessantesten Vorschläge mit einem Buch belohnen!
Wir freuen uns auf eure Vorschläge! Mitmachen könnt ihr entweder durch einen Kommentar hier im Blog oder einen Kommentar auf der Facebook-Fanseite des Blogs:
https://www.facebook.com/pages/Lies-und-plausch-mit-Jenny
Bis bald auf Lies und plausch
Eure Jenny



https://www.youtube.com/watch?v=p-LVCPtDFsY