Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Mittwoch, 05.02.2014, 13:06

Liebe Leser/innen

Auch Sabina Naber wurde von mir interviewt. Es war ein sehr informatives, ausführliches und interessantes Gespräch. Die Autorin erzählt auch etwas über ihr neuestes Buch, das sie selbst als „erotischen Entwicklungsroman“ beschreibt.

Viel Spaß beim Lesen!


(Die humorvolle Autorin Sabina Naber bei Jennifer B. Wind zu Hause; Man hatte sichtlich Spaß beim Plaudern! ©Sabina Naber)


Liebe Sabina, danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Dein neuer Kriminalroman „Caddielove” erscheint heute, am 5. Februar 2014, im Gmeiner Verlag als Printbuch und E-Book. Es ist der zweite Fall für Daniela Mayer und Karl Maria Katz und spielt fast zur Gänze in einem Golfclub. Was verbindet dich mit dem Golfsport?
Meine Mutter fing nach dem Tod meines Vaters mit dem Golfen an – und von einem Tag auf den anderen erkannte ich mich als Co-Abhängige (lacht). Nein, so schlimm war es nicht. Aber ich habe mir bald ein Lexikon gekauft, um endlich etwas mit Begriffen wie Bogey und Hook umgehen zu können. Denn dieses Klischee stimmt definitiv: Alle Golfsüchtigen kennen, zumindest in der ersten Zeit, nur mehr dieses Thema, und sie denken, auch alle anderen müssten sich in ihrer Golfwelt bestens auskennen. Und als meine Mutter und ihr neuer Lebensgefährte, ebenfalls Golfer, auch ihre Urlaube nach Golfplätzen auszurichten begannen, bin ich neugierig geworden und tiefer in diese Welt eingetaucht. Ich hab dann auch ein paar Mal abgeschlagen und geputtet, wobei ich das Glück hatte, ein, zwei Mal einen perfekten Schlag zu erwischen, was ich natürlich dann später gut im Roman einbauen konnte, weil es ein wirklich tolles Gefühl ist. Doch so richtig zu spielen habe ich nicht begonnen, dazu fehlt mir die Zeit. Denn wenn man halbwegs passabel spielen lernen möchte, muss man schon mindestens drei, vier Mal die Woche eine Runde gehen, und das sind dann mit Anfahrt und Getränk nachher mindestens sechs Stunden. Profis trainieren, inklusive Krafttraining, Yoga und anderen Ausbildungen, sechs Tage die Woche an die 8 bis 10 Stunden pro Tag.



(Sabina Naber recherchiert schon auch einmal mit vollem Körpereinsatz,
wie hier für ihren neuen Roman "Caddielove".©Sabina Naber)

Das erklärt, warum sich viele der nicht so Betuchten erst in der Pension diesem Sport zuwenden. ;-) Der Krimi erinnert an Agatha Christie Romane. Alle Verdächtigen befinden sich in einem Raum und werden nacheinander zur Befragung in einen Extraraum gebeten, während Katz sich quasi Undercover unter die Gäste mischt. Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Ui, solche Fragen sind immer schwer zu beantworten (lacht), noch dazu für eine wie mich, die ihre Romane intuitiv schreibt. Ganz ehrlich, ich weiß nicht, warum der Mord nicht in der Nacht passiert ist, sondern am Morgen, wo natürlich auch schon andere Gäste da sind. Es hat sich alles aus einer inneren Logik heraus ergeben. Und dass viele der Anwesenden verdächtig sind, ergibt sich aus dem allen Vereinen eigenen Umstand, dass mit der Zeit emotionale Biotope mit gegenseitigen Abhängigkeiten und Geheimnissen entstehen.



(©Sabina Naber)

Du hast eben erwähnt, dass du intuitiv schreibst. Ich habe jetzt einige Autor/innen interviewt, und ausnahmslos alle hätten gesagt, sie würden alles ganz genau planen. Du hingegen setzt dich wirklich einfach hin und schreibst drauf los?
Ja, so ist es. Ich kenne ja beide Arten des Zugangs. Als ich noch im Drehbuchbereich tätig war, musste ich auch immer Exposés schreiben, und dann Treatment, dann szenisches Treatment et cetera. Das hat mich ungeheuer eingeschränkt, denn einerseits habe ich mich verpflichtet gefühlt, mich an meine Vorlage zu halten, auch wenn mir dann vielleicht durch die tiefergehende Auseinandersetzung mit den Figuren etwas Neues, oft auch Besseres eingefallen ist, andererseits habe ich mich beim Ausschreiben zu langweilen begonnen, denn ich kannte die Geschichte ja schon (lacht). Jetzt lasse ich mich von den Figuren überraschen, sie wissen schon, wie ihre Geschichte ist. Gut, ein wenig wissenschaftlicher formuliert: Ich habe das Glück, dass ich mich schon sehr lange, über 25 Jahre, mit Dramaturgie in allen Erzählformen von Liedtext über Theater bis Drehbuch und eben auch Prosa auseinandersetze, wodurch ich sehr viel absolut verinnerlicht habe. Etwa läuft beim Spannungsbogen eine innere Uhr mit. Ich weiß die Zeichenanzahl, die ich schreiben will, und unbewusst tickt sie mit. Manchmal erlaube ich mit nach Beendigung der Arbeit den Spaß und kontrolliere das Manuskript z. B. auf die Höhepunktpyramide. Die Wendepunkte etc. sind immer dort, wo sie sein sollen (lacht). Der zweite Punkt: Ich habe im Laufe der vielen Jahre gelernt, dass sich die Geschichte stimmig ergibt, wenn man ganz genau auf den Figuren drauf ist. Ich kann mich gut erinnern an meine Anfänge in der Prosa, als ich noch Angst vor dem riesigen Umfang von 300, 400 Seiten hatte und ab und zu ganz wichtig die Dramaturgin in mir meinte: „Müsste da jetzt nicht eine Zeitboje gesetzt oder ein Cliffhanger eingefügt werden?“ Und prompt war ich in einer Schreibblockade. Ich musste zu der Stelle zurückkehren, ab der ich die Figuren mit etwas Aufgesetztem von außen gezwungen, also ihre innere Logik verlassen hatte. Dieses Vertrauen auf die Figuren beziehungsweise auf das Es in mir, das bereits ganz genau weiß, wie die Geschichte läuft, auch wenn das Ich noch keinen Dunst davon hat, das erspart mir Planspiele auf der Pinnwand – erspart deswegen, weil ich daher beim Schreiben sehr viel Spaß habe, die Neugierdsnase in mir vollkommen befriedigt wird. Ich bin quasi mein erster Leser (lacht).
Dieses intuitive Schreiben ist aber unabhängig von der anderen Vorarbeit zu einem Roman oder einer Kurzgeschichte, der Recherche. Ich recherchiere sehr, sehr intensiv und umfassend.




#
(Coverfoto: ©Gmeiner Verlag)

Mit Mayer und Katz hast du voriges Jahr eine neue Aera eingeläutet. „Marathonduell“ war der erste Krimi des ungleichen Ermittlerteams, das nur durch Zufall aufeinandertrifft. Was hat dich dazu bewogen, eine neue Serie zu schreiben?
Dafür gibt es drei Gründe. Erstens waren die Abenteuer mit Maria Kouba immer sehr intensiv. Ihre Fälle haben auch mich emotional sehr gefordert. Und ich wollte in unsere Beziehung wiederum einmal eine gewisse Lockerheit bringen. Wir sollten uns nicht auf die Nerven gehen, wie es manchmal Liebenden, die eine symbiotische Beziehung haben, ergeht (lacht). Mittlerweile habe ich schon wieder eine große Lust auf ein Abenteuer mit ihr. Zweitens wollte ich mir ab einem gewissen Zeitpunkt meiner schreiberischen Tätigkeit mehrere Standbeine aufbauen. Und drittens ist es mir auf den Nerv gegangen, dass zu viele Menschen nur über die erotischen Szenen in den Kouba-Romanen geredet haben – auch wenn das meist als schönes Kompliment gemeint war, weil ich angeblich Erotik so gut schreibe. Also habe ich beschlossen, Krimi und Erotik zu trennen. Mayer & Katz, die ja definitiv erotikfrei sind (grinst), haben schnell eine Heimat gefunden, bei meinem Erotik-Roman hat es ein bissel länger gedauert, aber auch er erblickt heuer endlich das Licht der Welt.



(Autorenfoto: Sabina Naber; ©Wolfgang Kalal)

Genau! Im Herbst 2014 erscheint ein Projekt von dir, das eine andere Seite von dir zeigt. Es ist kein Krimi, sondern ein erotischer Entwicklungsroman. Wie ist das zu verstehen? Und was hat den Ausschlag geben, genau diese Geschichte zu schreiben?
Naja, es ist ja keine völlig unbekannte Seite von mir (lacht), denn, wie gesagt, die Erotikszenen in der Kouba-Serie haben schon eine sehr große Fangemeinde, und auch Erotikkurzgeschichten habe ich schon einige geschrieben, sogar schon Lesungen nur mit erotischen Texten von mir abgehalten – auch wenn du bezüglich der Ware oder Marke Naber wahrscheinlich recht hast. Es ist anzunehmen, dass diesen Roman ein paar Leute kaufen, die nie zu einem Krimi greifen, das heißt noch nie in der potenziellen Verlegenheit waren, eine Naber zu lesen.


(Sabina Naber bietet eine eigene Lesung mit erotischen Stellen aus ihren Romanen - hier in der Swinger-Bar "Tempel". ©Sabina Naber)

Der ausschlagegebende Grund, die Geschichte von Renata, so heißt die Hauptfigur, zu schreiben, war eben, wie gerade erwähnt, mein Versuch, Krimi und Erotik zu trennen. Ich wollte die Erotik nicht sterben lassen, sondern ihr eben einen eigenen Platz einräumen. Und dann habe ich mich, wie immer, speziell auf das Projekt vorbereitet, also zum Beispiel einmal Konkurrenzbeobachtung betrieben. Nicht, dass ich nicht schon vorher Erotik gelesen hätte (lacht), sehr wohl, aber man schaut sich die Romane dann doch aus einem anderen Blickwinkel an, wenn man selber in das Genre einsteigen will. Ganz schlimm waren die Übersetzungen aus den USA, wo immer Weibchen auf einen Prinzen warten und das höchste der Lüsternheit dann ist, wenn sie auf ihm reitet – wobei wir hier von Buchhandelsbüchern reden und nicht von Romanen, die nur in den jeweiligen Szenen kursieren. Die sind schon härter. Allerdings ging es mir auch nicht unbedingt um die Offenheit oder Härte von sexuellen Szenen und der Sprache bei ihren Beschreibungen – man glaubt ja nicht, wie viele Knospen sich in so Pseudoerotikbüchern öffnen und wie viele Speere da glänzen (lacht) – sondern ich habe schmerzlich ein bisschen Tiefgang vermisst. Ich als Leserin brauche immer die Reise des Helden, eine Angst, die es zu überwinden gibt, ein Wachsen an Herausforderungen, die Erlösung. Denn Sex nur um des Sex‘ willen ist zwar legitim, aber Porno und daher nach ein paar Minuten erster Erregung und daraus resultierender schneller Befriedigung stinklangweilig.
Ja, und so entstand Renata, ein Kind unserer Zeit, durch das gesellschaftliche Oktroi des ständigen Waschens und alles Wegrasierens ihres Körpers entfremdet, bis sie Sex nur mehr als Notwendigkeit zum Kinderkriegen sieht und auf dem besten Weg ist, eine Berührungsneurotikerin zu werden. Der Roman beschreibt ihren Weg in eine neue Freiheit – bei der Schlussszene kommen mir immer die Tränen (lacht). Aber die verrate ich natürlich nicht, nur so viel, dass sie nichts mit Sex zu tun hat. Und weil Renatas Entwicklung sehr viel mit ihrem Zugang zum Austausch von Körperflüssigkeiten zu tun hat, sich ihr Seelenzustand sich in der Art, wie die Akte vor sich gehen, widerspiegelt, gibt es natürlich viele sehr eindeutige Szenen, die ich auch sicher nicht bloß verschämt beschreibe (grinst). Es ist so ähnlich wie bei dem Arthousefilm „Intimacy“.




Da sind wir schon alle sehr gespannt, ich werde sicher eine der ersten sein, die diesen Roman lesen wird. Kommen wir zurück zum Krimi. Im ersten Teil der Gmeinerserie ging es um den Laufsport, der zweite Roman führt in die Golfwelt und so weit ich weiß, wird der dritte Roman etwas für Fußballfans. Ist das Zufall oder war das von Anfang an so von dir geplant, in jedem Krimi der Mayer und Katzreihe eine Sportart in den Mittelpunkt zu stellen?
Das erste Thema, das Marathonlaufen, war Zufall – ein Freund hatte bei einem Halbmarathon die Uridee zum perfekten Alibi, und die hat mich zur Geschichte rundherum animiert. Doch im Lauf der Arbeit bin ich draufgekommen, dass mich Sport an sich sehr interessiert. Die Analyse von Sportarten, ihren Succus zu erkennen, macht mir sehr viel Spaß. Ich will sie nicht nur als Kulisse verwenden, sondern ihr Ureigenstes an die Oberfläche holen, den Charakter der Sportart in der Handlung und im Mord spiegeln. Es hat sich als zweite Leidenschaft neben jener zur Politik, die ja der Kouba gehört, herauskristallisiert.




(Foto: Sabina Naber bei ihrer deutschen Lieblingsmannschaft Borussia
Mönchengladbach auf Recherche.©Sabina Naber)

Und damit bist du auch eine der wenigen Frauen, die sich diesem Thema annimmt. Es gibt unwahrscheinlich viele Fußballkrimis, und die sind fast ausnahmslos von Männern geschrieben. Hätte sich da ein Pseudonym nicht angeboten oder wolltest du bewusst in diese „Männerdomäne“ eindringen, um zu zeigen, dass es Frauen gibt, die sehr wohl die Abseitsregel kennen?
Fast ausnahmslos würde ich nicht sagen. Ich habe jetzt auch wieder einmal Konkurrenzbeobachtung betrieben, und da ist doch inzwischen fast ein Viertel der Fußballkrimis von Frauen geschrieben. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Frauen in den letzten 10, 15 Jahren, wahrscheinlich nicht zuletzt auch aufgrund von emotionalen Ausnahmezuständen wie der WM in Deutschland, beschlossen haben, sich auch in diesem Bereich nicht mehr ausschließen zu lassen. Und da sind sie, wie auch so manche sogenannte Intellektuelle, draufgekommen, dass Fußball nicht nur das primitive Hinterherrennen nach einem Ball, sondern ein höchst faszinierendes Spiel ist, weil es mit sehr klaren, relativ einfachen Regeln eine ungeheure Anzahl von Möglichkeiten generiert, in mehreren Dimensionen, sprich Räumen stattfindet und höchste Dramatik in sich birgt. Abgesehen davon ist Fußball ein großer Wirtschaftsfaktor. Viel Geld kursiert da, und wo Reichtümer, da Kriminalität, was natürlich Krimiautoren anzieht.
So gesehen, bin ich also keine besondere Frau mehr, wenn ich über Fußball schreibe (lacht), ich brauch mich daher nicht aus Angst vor Diffamierung hinter einem Pseudonym verstecken.
Doch abgesehen davon, bin ich überhaupt nicht der Typ, der Pseudonyme erwägt. Ich weiß, dass einem oft von Verlagen empfohlen wird, bei einem Genrewechsel unter anderem Namen zu schreiben, um die LeserInnen nicht zu verwirren oder was auch immer. Ich habe lange darüber nachgedacht und beschlossen zu sagen: Liebe Menschen, all das bin ich als Schriftstellerin. Tut mir leid, wenn ich euch dadurch verwirre, aber so bin ich nun einmal.



Du hast davor 6 Maria Kouba-Romane geschrieben, die bei Rotbuch (Anmerkung der Red.: bis auf „Der letzte Engel springt”, der bei Echo Media erschienen ist) publiziert worden sind. Beim Gmeiner Verlag erscheinen jetzt auch die ersten drei Koubaromane als digitale Version. Ist die Reihe für dich beendet? Oder hast du nur eine Pause eingelegt?
Wie erwähnt, habe ich inzwischen wieder große Lust auf ein Abenteuer mit Maria Kouba und Phillip Roth – noch dazu, wo ich mit Band 6 begonnen habe, einen neuen Lebensabschnitt der beiden zu erzählen. Und zu meinem Glück, da Rotbuch sich mehr und mehr auf Sachbücher konzentriert, ist auch ein anderer Verlag sehr daran interessiert, in die Kouba-Serie einzusteigen. Aber über ungelegte Eier redet man nicht (lacht).



Mayer und Katz waren gleich recht erfolgreich unterwegs. „Marathonduell” wurde für den Leo Perutz Preis 2013 nominiert? Hast du dich gefreut? War das für dich eine Bestätigung, dass du den richtigen Weg eingeschlagen hast?
Oh, ich habe mich extrem gefreut! Denn natürlich ist die Nominierung eine wunderbare Anerkennung – noch dazu, wenn man bedenkt, dass man innerhalb der riesigen Anzahl an Krimipublikationen erst einmal gefunden werden muss (lacht). Mir hat das wirklich viel bedeutet. Und es kam so unerwartet wie damals der Glauser für die Kurzgeschichte. Ich war sehr gerührt.



(Jürgen Ehlers hält die Laudatio für Glauserpreisträgerin Sabina Naber. ©Sabina Naber)

Den Friedrich Glauser Preis hast du 2007 (für das Jahr 2006) für deine Kurzgeschichte Peter in St. Paul erhalten. (Anmerkung d. Red.: nachzulesen in der Anthologie „Mörderisch Unterwegs“ ; Milena Verlag). Weißt du noch, wie du dich damals gefühlt hast?
Und ob ich das noch weiß! (lächelt). Das war damals eine schwere Zeit für mich, unter anderem habe ich meinen Vater beim Sterben begleitet. Und ich hatte zu der Zeit auch nicht viel publiziert, weil ich einfach keine Kraft zum Schreiben hatte. Und da war diese feine, kleine Geschichte, in der ich meine plötzlich auftretende Höhenangst eingearbeitet habe – also auch ein ganz klein wenig persönlich. Und plötzlich bin ich nominiert! Ich war fassungslos, auch weil ich das Kurzgeschichtenschreiben erst nach dem Romanschreiben erlernt habe und mir am Anfang in dieser kurzen Form wirklich schwer getan habe. Ich war total glücklich, habe mir aber nie eine Chance auf den Sieg ausgerechnet, weil die vier Mitnominierten alles sehr gute und versierte KollegInnen waren. Bei der Criminale dann, wo ja der Glauser verliehen wird, hatte ich überhaupt keine Zeit, über die Sache nachzudenken oder nervös zu werden, weil ich sehr viele Sitzungen hatte, da ich Projektleiterin für die Criminale im Jahr danach in Wien war. Und dann kam der Samstagabend, geschwinde Dusche nach dem Fußballmatch. Und erst da habe ich mir gedacht: Was, wenn doch? Was sagst du dann? Ich habe den Gedanken abgeschüttelt, weil er unrealistisch war. Und dann wurden die Namen vorgelesen, die Filme gezeigt. Öffnen des Kuverts, mein Name. Ich hab im wahrsten Sinne des Wortes gedacht, ich falle vom Sessel, weil meine Glieder alle gleichzeitig taub geworden sind. Herzrasen. Echt der totale Klassiker. Irgendwie bin ich dann da auf die Bühne gestolpert, habe nur den Applaus gehört und ein paar Glückwunschrufe. Da sind dann die Tränen gekommen, die sehr lange geblieben sind (lacht). Man hat ja dann eine Verschnaufpause – Begründung der Jury, Leseausschnitt, Laudatio. Aber ich war wie in Watte gepackt und gleichzeitig elektrisiert. Und dann musste ich mich ans Podium stellen und was sagen. Ich habe nicht überlegt, es kam einfach so – das Bedauern, dass mein Vater das nicht mehr erleben durfte, mein Dank an die Lektorin Lisa Kuppler, von der ich unglaublich viel gelernt habe, an Verlag und Herausgeberin natürlich, und dann eine tief empfundene Liebeserklärung ans Syndikat, das ja den Preis verleiht, weil ich ausgerechnet von der Vereinigung, die sich so schätzen gelernt habe, meine erste schriftstellerische Anerkennung bekommen habe. Klingt peinlich, wenn man es so erzählt, aber es war sehr, sehr schön. Ich hab dann bis halb Acht in der Früh Party gemacht (lacht).



(Signierstunde nach der Lesung im Kulturzentrum Schloss Seyring. ©Sabina Naber)

Anerkennung läuft nicht nur über Preise. Wichtig sind die Leser/innen. Du hast viele Fans. 2013 haben sogar zwei Studentinnen deine Koubaromane als Thema für die Diplomarbeit verwendet. Wie findest du das?
Da hast du vollkommen recht, liebe Jenny, die LeserInnen und ihre Reaktionen sind die Basisnahrung für die Seele der AutorInnen. Es ist toll, wenn man Zuschriften bekommt und so realisiert, dass man tatsächlich auf dem einen oder anderen Nachtkästchen liegt, man ein paar Menschen spannende und berührende Stunden bereitet hat. Das Verhältnis zwischen Autor und Leser ist ja ein ganz eigenartiges. Als Leser neigt man dazu, und da schließe ich mich mit ein, zu meinen, nach ein paar Büchern den Autor zu kennen, obwohl man ihn noch nie gesehen hat, und dennoch bleibt er für uns zugleich eine vage Vorstellung. Als Autor kennst du das Gros deiner Leser überhaupt nicht, du agierst also quasi in einen luftleeren Raum. Umso schöner ist es, wenn man dann ab und zu Zuschriften, Begegnungen und Gespräche hat.
Aber um zu deiner Frage zu kommen: Ja, das mit den Diplomarbeiten hat mich auch sehr berührt. Von einer wusste ich zum Zeitpunkt der Publikation, also im Februar 2013, ja schon zwei Jahre lang, denn die Dame hatte Interviews mit mir gemacht. Und ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mir damals beim Kaffee mit ihr gedacht habe, siehst du, Naber, so ändern sich die Zeiten, hättest du dir das damals bei deiner eigenen Diplomarbeit jemals träumen lassen? (lacht) Ich habe ja, das muss 1989 und 1990 gewesen sein, selber eine Künstlerin interviewt, denn meine Diplomarbeit hat von der Filmemacherin Karin Brandauer gehandelt. Aber irgendwie habe ich dann emotional die erste Diplomarbeit von dieser Dame als glücklichen Zufall abgelegt. Doch dann hat sich die zweite Diplomandin bei der Präsentation von „Marathonduell“ geoutet – und da war ich dann schon sehr, sehr gerührt – naja, geehrt, könnte man fast sagen. Vor allem für Maria Kouba hat es mich extrem gefreut, denn mit ihrer Toughheit, Emotionalität, Sexualität und ihrem politischen Engagement ist sie für viele Menschen nicht unbedingt leicht zugänglich. Wie mir einen Fanin einmal schrieb: „Aber im Bett kann man Ihre Bücher nicht lesen, dafür regen die zu viel auf.” Ich hab’s als Kompliment genommen (lacht).






(Coverfoto: ©Rotbuch Verlag)

Ich denke, dass ist wesentlicher schmeichelnder als hören zu müssen, man würde die Bücher gern zum Einschlafen lesen. Natürlich polarisieren deine Bücher durch ihre Thematik auch. „Die Spielmacher” zum Beispiel wurden sicher nicht gern bei bestimmten Menschen gesehen. Suchst du bewusst solche schwierigen Themen aus?
Nein, sie interessieren mich einfach, und sie werden auch erst schwierig durch die Art, wie ich sie bearbeite. Ich war Zeit meines Lebens neugierig, und zwar so heftig, dass ich immer bis auf den Grund vordringen wollte. Und dort ist halt nicht immer alles schön. Manchmal bemerke ich bei Lesern dann, etwa bei Lesungen, dass sie sich mit gewissen Dingen gar nicht auseinandersetzen wollen, weil es sie ängstigt oder hilflos macht. Ganz stark war das zum Beispiel beim Ethikproblem rund um das Thema Humangenetik und Reparaturmedizin inklsuive Klonen von Menschen, wie ich es in „Die Lebenstrinker“ behandelt habe, weil man auf die Frage „Ab wann ist ein Mensch ein Mensch“ zurückgeworfen wird. Und auch ich habe mich bei der einen oder anderen Recherche schon manchmal gefragt: Wollte ich das wirklich so genau wissen? Ohne das Wissen lebt es sich leichter, weil naiver. Aber was soll ich machen, ich bin nun einmal so. Wie man sieht, schaffe ich es ja nicht einmal beim Sport, nur an der Oberfläche zu bleiben (lacht). Oft wäre es anders leichter, das frustriert mich manchmal.



(Coverfoto: ©Echo Media Verlag)

Du bist auch als Herausgeberin tätig, bist aktiv in vielen Vereinen Mitglied und übernimmst dort auch immer wieder ehrenamtliche Tätigkeiten. Wie wichtig ist dir persönlich das Netzwerken?
Sehr wichtig. Ich bin auch eine Anhängerin von so aus der Mode gekommenen Begriffen wie Solidarität.



(Foto: Sabina Naber, J.B. Wind und Sylvia Grünberger bei einem Treffen der österreichischen Krimiautor/innen (A.I.E.P.); ©Sabina Naber)

Die ja seltsamerweise gerade bei Frauen oft nicht vorhanden ist. Apropos Frauen: Sind Frauen in der Kriminalliteratur immer noch gegenüber Männern benachteiligt? Sollte man sich als Frau da nicht gleich ein männliches Pseudonym aussuchen?
Ach, schwieriges Thema, nach all den Jahren und Diskussionen, die ich darüber geführt habe … wenn ich sagte, nur Qualität setzt sich durch, würde ich lügen. Das Gleiche gilt für: Nur das bessere Marketing setzt sich durch. Für jede Regel gibt es eine Ausnahme. Tatsache ist meiner Meinung nach aber, dass sich bei Verkauf und Marketing noch immer sehr die Klischees in den Vordergrund drängen. Und zu denken gibt mir auch, dass sich bei vielen Best-of-Listen oft hauptsächlich Männer drängeln, und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass nur Männer gut schreiben können. Aber lassen wir lieber dieses Thema, das könnte ausufern, weil es ursächlich mit der Kapitalisierung des Buchmarktes und natürlich jener unserer Gesellschaft an sich zu tun hat.



(Auf Einladung des Österreichischen Kulturinstitutes durfte Sabina Naber mit ihrem Kollegen Raoul Biltgen (aktuell für den Friedrich Glauser Preis 2014 nominiert!) in Teheran Sprechen, Vortrag & Kommunikation unterrichten.©Sabina Naber)

Es wird generell immer schwieriger, mit der Kunst Geld zu verdienen. Du hast eine klare Meinung zum Thema Urheberrecht, diese signalisierst du auch mit dem Button „Ja, zum Urheberrecht” der vom Syndikat entworfen wurde. Was ist deine Meinung zur ausufernden „Gratis-Konsum-Kultur”? Und wird bald niemand mehr für Kunst und Kultur zahlen wollen?
Bei dem Thema ist es wie so oft im Leben, dass eine kleine, unreflektierte Gruppe, im Speziellen junge Netzjunkies, so tut, als würde sie die Meinung aller vertreten. Es gibt nämlich sehr viele Menschen, die sehr wohl für Musik-, Film- und Bücher-Downloads zahlen wollen, weil sie wissen, dass Leistung honoriert gehört – also zumindest so lange, wie wir in einer kapitalistischen Gesellschaft leben – jetzt sind wir doch bei diesem Thema (lacht).

Da kannst du nichts dafür. Das ist doch meine Spezialität nicht locker zu lassen.
Ja, und diese Leute zu einem korrekten Verhalten zu bringen, ist allerdings auch keine leichte Aufgabe. Denn erstens ist der Mensch ein schwaches Wesen – wenn es die Zeitung am Sonntag im Aufhänger quasi gratis gibt, dann greife ich zu, nur so als Beispiel –, und zweitens haben alle genannten Branchen die Entwicklung der Zeit verschlafen. Nehmen wir zum Beispiel Filme: Wenn du gerne Arthousefilme siehst, die vielleicht auch originalsprachlich, und dann noch am Land wohnst, bist du bis vor ganz kurzem tatsächlich gezwungen gewesen, dir illegale Downloads zu beschaffen. Denn Kinos sind dort rar gesät, und erst recht jene mit diesem Angebot. Und die raren legalen Downloadplattformen hatten derlei nicht im Portefeuille.
Zweitens hat das Problem mit der Kapitalisierung der Gesellschaft und der damit einhergehenden Raffgier, Stichwort Geiz ist geil, an sich zu tun; mit der unglückseligen Entwicklung, dass man scheinbar gezwungen ist, nur mehr an sich zu denken und vielen Menschen die Fähigkeit zur Empathie abhanden gekommen ist, sprich, es nicht mehr schaffen, sich in die Situation des Gegenüber hineinzudenken und somit zu einem Leben und leben lassen, also zu einem für alle befriedigenden Verhältnis zwischen Geben und Nehmen zu kommen. Doch die Ausführung des Punktes würde jetzt zu weit führen.


Ach, wir haben doch Zeit. (Ich lache.)


(„Ladies Crime Night“ in Mitterndorf; Sabina Naber mit J.B. Wind ©J.B. Wind)

Und drittens, aufbauend auf das eben Angesprochene, hat die Neigung zur Gratiskultur mit der zunehmenden Eventisierung der Gesellschaft zu tun, durch die sich jeder genötigt sieht, einerseits alles zu können, Stichwort: Nütze all das, was in dir ist, und andererseits im Rampenlicht zu stehen, weil man nur so etwas bedeutet und nur so scheinbar etwas aus seinem Leben gemacht hat. Das kann nicht gut gehen, denn niemand von uns hat für alles Talent. Aber das redet uns zum Beispiel die Seuche von Castingsshows ein: Wenn ich zwei Töne richtig singe, bin ich schon Sänger, sonst hätten die mich ja nicht eingeladen. Dass zu diesem Geschäft wahnsinnig viel Handwerk, Charakter, Disziplin und Durchhaltevermögen wie auch Glück gehört, sagt niemand mehr – naja, manchmal klingt es in Interviews von Menschen, die durch so einen Casting-und-danach-Karriereversuch-Prozedur gegangen sind, durch, aber laut dürfen sie es nicht sagen, weil es das Geschäft stört. Und all das mindert den Wert von Können, und alles, vor dem ich keinen Respekt habe, nehme ich mir einfach. Diese Respektlosigkeit betrifft übrigens nicht nur die Künstler, sondern auch viele andere Berufe, ich sage nur Lehrer.
Gleichzeitig lassen wir uns wahnsinnig leicht blenden und halten Leute, die sich bloß gut verkaufen, für die allgemeingültigen Experten, wodurch Scharlatane offene Türen finden. Was wohl daran liegt, dass man sich natürlich nach Gesichertem sehnt, nach jemandem, dem man glauben kann. Weil man aber selber blendet, ja, blenden muss, weiß man auch, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Man verliert also wieder Respekt – ein Teufelskreis.
Aber zurück vom Allgemeinen zur Frage, ob man bald nicht mehr für Kunst zahlen will: Mit Kunst kann man gut Geld verdienen, ich denke also nicht, dass sich Konzerne auf Dauer das Geschäft nehmen lassen wollen. Wir sollten nur darauf achten, dass die Gesetze nicht bloß auf sie zugeschnitten werden, also eine Diversität erhalten bleibt.




(Auf Einladung des Österreichischen Kulturinstitutes durfte Sabina Naber mit ihrem Kollegen Raoul Biltgen (aktuell für den Friedrich Glauser Preis 2014 nominiert!) in Teheran Sprechen, Vortrag & Kommunikation unterrichten.©Sabina Naber)


Du gibst auch Sprechunterricht. Unter „Gib Laut, werde du” kann man Workshops und Einzelunterricht mit dir buchen. Wie bist du auf die Idee gekommen? Wer profitiert besonders von so einem Seminar?
Der Unterricht ist für all jene Menschen geeignet, die vor anderen reden müssen, die also selber unterrichten oder Vorträge halten oder Projekte präsentieren etc. Und mir geht es nicht nur darum, den Menschen das Lampenfieber zu nehmen und ihnen ein bisschen Handwerk zu Spannungsaufbau oder Aussprache zu geben, sondern sie auch in ihrer Authentizität zu bestärken. Das Gleiche gilt übrigens auch für meinen Schreibunterricht.



(Traumhafte Reisebilder verarbeitet Sabina Naber zu signierten Kunstkalendern. ©Sabina Naber)


In deiner Freizeit fotografierst du gern. Die schönsten Fotos, die bei deinen Streifzügen entstehen, kann man in Kalenderform – auch signiert – bei dir bestellen. Wie hat sich diese Passion entwickelt?
Ui, eine lange Geschichte, ich versuche, mich kurz zu fassen (lacht). Ich hab schon als älteres Kind und Teenager eine Spiegelreflexkamera mein Eigen nennen dürfen, war damit viel auf Streifzügen unterwegs. Dann wurde es irgendwann einfach eine Methode, sich zu erinnern, vor allem, als ich zu schreiben begonnen habe und mir das Tagebuchschreiben zu mühsam wurde. Aber dann ist auf Reisen, egal ob beruflich oder privat, irgendwann wieder das Auge, das nach dem Speziellen sucht, aktiv geworden. Bilder als Geschichten. Ich hab mich ja immer wieder mit der Sprache von Bildern auseinandergesetzt, nicht zuletzt, weil ich in optischen Berufen wie Theater und Film tätig war, und langsam ist dieses Interesse wieder in den Vordergrund getreten. Und so arbeite ich, abgesehen von den Schönfotos für die Kalender, auch gerade an zwei Serien für Ausstellungen. Schauma amal, was dabei herauskommt. Ich lerne ja noch. Sagen wir: Ich sehe mich am Übergang zum Gesellen, aber noch nicht als Meister. Wobei ich das gar nicht gestehen dürfte, weil man ja heutzutage gleich alles können muss und sich niemals als Lernender bezeichnen darf, wie ich oben ausgeführt habe (lacht).



(Kräuter auf der Terrasse sind ein Muss für die leidenschaftliche
Köchin Sabina Naber. ©Sabina Naber)

Welche Hobbies hast du sonst noch?
Hm, mit dem Wort Hobby tu ich mir schwer, weil bei mir oft die Grenze zum Beruflichen verschwimmt. Aber ich bemühe mich (lacht), also: Lesen, Lesen, Lesen, Fotografieren, ausufernde Stadt- und Waldspaziergänge, Reisen, allerdings immer individuell, nur leider haben sich die Extremreisen, die ich früher unternommen habe, wie zum Beispiel mit dem Fahrrad von Wien nach Lissabon, nicht zuletzt aufgrund des Alters etwas aufgehört, dann Gespräche mit Menschen, Wandern, vor allem wegen der Ruhe im Wald, verschiedene andere Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Laufen, Billard, seit Neuestem Pub-Quiz, natürlich Kochen und Abendessen veranstalten, Kino, Theater, Gesellschaftsspiele, leider nicht mehr Tanzen, aber das will ich jetzt wieder starten, Fußball – und dann immer gerade das, was frisch meine Neugierde geweckt hat.



(Autorenfoto: Sabina Naber; © Wolfgang Kalal)

Liebe Sabina, vielen Dank für das Gespräch! Ich wünsche dir noch viel Erfolg mit deinen Büchern und hoffe, du bleibst so erfrischend humorvoll.


Und "Caddielove" könnt ihr ergattern (3 Exemplare liegen bereit für euch)

Testet euer Golfwissen:
Für Anfänger: http://www.testedich.at/quiz26/quiz/1244840917/Kleines-Golfquiz

Für Profis: http://www.testedich.at/quiz26/quiz/1231427128/Golf

Macht einen der Tests und postet das Ergebnis hier als Kommentar oder verlinke das Ergebnis auf der FB Fanseite zu Lies und plausch mit Jenny.

Die drei Leser/innen mit dem besten Ergebnis erhalten ein druckfrisches Exemplar des Golfkrimis!

Liebe Leser/innen, wenn ihr mehr über die Autorin wissen wollt und keines ihrer Bücher mehr verpassen wollt, dann folgt ihr doch auf facebook, oder schaut auf den Websiten vorbei.

Unten findet ihr nochmals die Trailer zu den Büchern und eine Leseprobe.

Und wenn ihr nichts mehr verpassen wollt, klickt euch doch auf der Facebookfanseite zu „Lies und plausch mit Jenny“ ein! Ich freu mich auf euch!

Bis bald!

Eure Jenny


 
Das Wunder der Gummibandtage
Meine Frage nach der Lektüre des wirklich spannenden und informativen Interviews an Sabina ist jene: "Und wann schläfst du?" Sabina Nabers Tage scheinen 48 oder besser 72 Stunden zu haben, den wie sonst könnte man das Bücherschreiben, Networken, Preise entgegen nehmen, Fotografieren, Wandern, Reisen und >gelassen in den Tag gehen< so nonchalant in ein einziges Leben hineinpacken? Da kann ich nur sagen: "Chapeau!"
Dodo Kresse
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