Lies und (p)lausch

Krimi- und Drehbuchautorin Jennifer B. Wind liest, talkt und rezensiert für mywoman.at

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Donnerstag, 30.01.2014, 14:22

Liebe Leser/innen,

die letzten drei Tage habe ich euch über 40 Bücher vorgestellt, die alle von einer Autorin geschrieben wurden. Ich habe sie interviewt. Der Einfachheit halber spreche ich sie nur mit Katja an. ;-)

Viel Spaß beim Lesen!



(Coverfoto: ©Beltz & Gelberg Verlag)

Liebe Katja, danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Im Februar erscheint dein neuer Roman „Vulkanjäger“ im Beltz Verlag. Das Buch ist ab 13 Jahre frei gegeben. Nach dem Lesen muss ich sagen, dass es auch für Erwachsene ein sehr spannender Roman ist. Im Mittelpunkt steht Jan, der mit seinem Vater um die Welt reist, der Dokumentarfilmer und Vulkanologe ist. Dabei geraten sie in große Gefahr, und dann verliebt sich Jan auch noch und setzt alles dran sein Mädchen zu retten. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen.

(Coverfoto: © Beltz & Gelberg Verlag)

Ich hatte für ein Sachbuch zum Thema Vulkane recherchiert und über die schrägen, eigenwilligen Leute gestaunt, die sich im Fachgebiet Vulkanologie tummeln. Als mir klar wurde, dass ich eigentlich auch einen Roman zum Thema Vulkane schreiben wollte, machte es förmlich „Klick“ und die Figuren waren da, inspiriert von den Forschern, über die ich schon so viel gelesen hatte. hatten. Und mit den Figuren hatte ich schon fast die komplette Handlung im Kopf.

Vorbild für den Vater im Roman ist übrigens Maurice Krafft – er war ein geradezu besessener Vulkanologe und Filmemacher, der in seinem kurzen Leben alles daransetzte, Ausbrüche aus nächster Nähe mitzuerleben – 175 Eruptionen hat er dokumentiert, bevor ihn eine davon umbrachte. Hätten er und seine Frau Katia (die genauso draufgängerisch war wie er und mit ihm starb) Kinder gehabt, dann wäre es diesen Kindern wahrscheinlich ähnlich ergangen wie Jan in meinem Roman.




(Fotocover: ©Ars.edition)

Die Kraffts kommen ja auch im Buch vor. Die Geschichte an sich entwickelt einen irrsinnigen Sog und erinnerte mich stellenweise an das Liebesepos ›Titanic‹: Eine Katastrophe, ein Liebespaar und jede Menge Abenteuer dazwischen. Was deine Bücher ausmacht sind immer starke Helden, die aber auch Schwächen haben und zeigen.
Oh, danke, das ist ja ein tolles Kompliment – bei „Titanic” habe ich damals eine halbe Packung Taschentücher verbraucht. Menschen, die perfekt sind, gibt es nicht, und wenn es sie gäbe, wären sie völlig uninteressant für mich als Autorin und ziemlich nervig für die (unperfekten) Leser und Leserinnen. Wenn ich eine Figur entwickle, dann machen oft ihre Schwächen sie erst richtig liebenswert und lebendig.


(Coverfoto: © Piper Verlag)

Unter dem Namen Siri Lindberg erschien der Fantasyroman „Nachtlilien“ im Piper Verlag. Fans des Buchs haben mit dir gezittert, da es lange Zeit so aussah als würde es keine Fortsetzung geben. Jetzt sieht es wieder gut aus. Was ist da passiert?
Als ich “Nachtlilien” geschrieben hatte, dauerte es buchstäblich Wochen und Monate, bis ich aus der Welt und den Figuren wieder “raus” war, bis ich das Gefühl hatte, ich konnte sie gehen lassen. Musste ich auch, denn ich hatte längst Verträge für neue Jugendromane. Ursprünglich war Piper auch an einer Fortsetzung interessiert (und ich natürlich auch), aber dann stellte sich heraus, dass die Verkaufszahlen nicht gut genug waren, obwohl die Hardcover-Ausgabe immerhin zwei Auflagen erlebt hat und zur Zeit die Taschenbuch-Ausgabe lieferbar ist. Tja, also verabschiedete ich mich von diesem Traum... bis eine Frau mir einen wunderbaren Leserbrief zum Roman schickte. Ich habe schon viele Leserbriefe bekommen, aber dieser rührte mich besonders. Danach war mir klar: Ich muss diese Fortsetzung schreiben. Für mich selbst und für die Fans von Jerusha und Kiéran (der Leserbrief-Schreiberin Gwen wird die Fortsetzung übrigens gewidmet sein). Zur Zeit schreibe ich also „Lilienwinter“, den zweiten Band, und es macht unglaublich viel Spaß. Da ich sowieso gerne mal ausprobieren will, wie das mit den E-Books funktioniert, bringe ich es erstmal als E-Book heraus.


Da freu ich mich drauf! „Nachtlilien” ist ein dicker Wälzer. Wie lange hast du für das Buch gebraucht?
Wenn ich richtig ´drin´bin, geht das Schreiben mir flott von der Hand, ich tauche völlig ein in die Welt und die Handlung und meine Finger fliegen nur so über die Tasten. Und da ich ja schon seit einiger Zeit vom Schreiben leben kann, konnte ich auch meine ganze Arbeitszeit in den Roman investieren. Deshalb habe ich für den ersten Teil nur dreieinhalb Monate gebraucht, und beim zweiten Band sieht´s ähnlich aus.


Es ist auch eine total schöne „Heldenreise“, ein Abenteuer, Liebesroman und Fantasyspektakel in einem. Deine Figuren sind ganz liebevoll gezeichnet und entworfen. Wie entwickelst du deine Figuren?
Ich überlege mir erst die „Eckdaten“ der Figur, bis ich ein Gefühl dafür habe, mit wem ich es zu tun habe. Dann gehe ich in die Feinarbeit und erfinde solange spontan Details, Lebensanekdoten, Fakten und so weiter über diese Figur, bis es – manchmal durch Kleinigkeiten – „Zing“ macht und die Figur zum Leben erwacht. Meist schließe ich sie dabei so ins Herz, dass ich unbedingt über sie schreiben will. Passiert das nicht, entwickele ich eine andere Figur oder bastele so lange weiter, bis die Chemie zwischen uns stimmt. Sonst mag man sich ja nicht 400 oder 600 Seiten lang mit ihr beschäftigen.


(Logo: © PIPER)

Dir ist etwas ganz Herausragendes passiert, denn für „Nachtlilien” bist du gar nicht auf Verlagssuche gegangen, sondern wurdest von Piper quasi engagiert. Wie ist denn dieser Autorentraum passiert?
Sowas geht nur, wenn man in der Verlagsbranche schon bekannt ist. Im Lektorat von Piper kannte man mich, weil dort die Taschenbuchausgaben meiner „Kampf um Daresh“-Trilogie erschienen sind – und eines Tages hat mich der Lektor – dem die Romane gut gefallen hatten – einfach angemailt und gefragt, ob ich Lust hätte, für sie auch mal Fantasy für Erwachsene zu schreibe. Klar hatte ich Lust!


(Kampf um Daresh, Cover © Ueberreuther)

Kiéran, die männliche Hauptfigur von "Nachtlilien", ist blind, bis er durch ein Amulett zumindest Umrisse und farbige Schatten um Menschen herum, ihre Aura, wahrnehmen kann. Ist es dir schwer gefallen aus der Perspektive eines Blinden zu schreiben und wie hast du dich darauf vorbereitet?
Das Thema Blindheit fasziniert mich schon sehr lange, weil ich selbst sehr schlechte Augen habe und natürlich die Gefahr besteht, dass ich irgendwann gar nichts mehr sehe. Als Vorbereitung für „Nachtlilien” war ich zum Beispiel mit meiner Freundin Isabel Abedi in Hamburg in „Dialog im Dunklen”, einer Ausstellung, durch die man in völliger Dunkelheit von einem Blinden geführt wird. Eine sehr spannende Erfahrung. Trotzdem war es nicht ganz leicht, mich in Kiérans Welt hineinzuversetzen, und mir sind ein paar Sachen ins Manuskript hineingerutscht, bei denen mir die Testleser empört an den Rand geschrieben haben: „Das kann er nicht sehen!”



Ist eigentlich eine gekürzte Fassung in Braille-Schrift geplant?
Es gibt einige meiner Bücher in Braille-Schrift, zum Beispiel „Tommy Löwenfreund” und „Ruf der Tiefe”, aber „Nachtlilien” meines Wissens nicht. Der Umfang wäre tatsächlich ein Problem, denn man kann zwar so eine Datei sehr leicht von einem Punktschrift-Drucker als Buch ausdrucken lassen – aber weil diese Schrift viel Platz verschlingt, wäre der Umfang immens. Immerhin gibt es von Nachtlilien eine Hörfassung, das Buch ist Blinden also schon zugänglich.


Jerusha, die weibliche Hauptfigur ist Bildhauerin. Du hast das sogar selbst ausprobiert. Wäre das was für dich?
Ich habe einen eintägigen Bildhauer-Workshop gemacht und mir von einer Bildhauerin eine Menge Tricks zeigen lassen, das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Zu meiner eigenen Überraschung arbeite ich nicht nur sehr gerne mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen, und da ich auch zeichne, habe ich ein gewisses Gefühl für Gestaltung – das hilft. Als Beruf wäre mir die Bildhauerei allerdings körperlich zu hart (Bandscheiben ade!), auf Dauer schleife ich also lieber Texte anstatt Steine :-)


Der Figur des „Schattenspringers“ liegt eine nette Geschichte zugrunde. Die Idee stammt nämlich von einem deiner Schreibschüler. Hast du ihn mittlerweile ausfindig machen können, um dich zu bedanken?
Nein, leider nicht, und ich weiß nicht mal, ob der Junge sich an unsere Begegnung erinnert. Immerhin war es nur ein einstündiger Schreibworkshop in einer Schule, und der Junge war damals so etwa zwölf. Aber ich weiß es noch gut: Als er seine Kurzgeschichte, in der ein Schattenspringer vorkam, vorlas und ich sagte „Das ist aber eine coole Idee!“ antwortete er spontan: „Ich schenk sie dir“ und strahlte. Ich strahlte auch.


Und wir Leser/innen strahlen auch, denn die Figur ist wirklich herzallerliebst. Du schreibst schon sehr lang Jugendromane und Kinderbücher. Was ist das Schöne daran, für diese Zielgruppe zu schreiben?
Was Jugendromane angeht, zitiere ich einfach mal aus meinem „Handbuch für Kinder- und Jugendbuchautoren“: „Etwa zwischen 12 und 19 Jahren erlebt jeder Mensch eine intensive, schreckliche, wunderbare Zeit. Eine Zeit voller Ungewissheit, Einsamkeit und Spaß. Erwachsen zu werden ist eine Qual und ein großes Abenteuer. Darin stecken natürlich unzählige Geschichten... einen Jugendroman zu schreiben ist für mich immer noch das schönste, was mein Beruf zu bieten hat.“ Bei den Kinderbüchern ist es noch einfacher – ich mag Kinder, deshalb denke ich mir gerne Geschichten für sie aus. Mit den Bilderbüchern zum Beispiel habe ich angefangen, als mein Sohn geboren wurde.



(Foto: Vulkanrecherche, ©Katja Brandis)

du bist selbst zu Recherchezwecken auf Vulkane geklettert. Wie war das für dich? Ist das ein besonderer Nervenkitzel?
Das war für mich eine wunderbare Recherchereise – ich hatte zwar schon in Hawaii fließende Lava aus der Nähe erlebt, aber auf einen ständig aktiven Vulkan wie den Stromboli zu klettern war schon spannend. Ich stand dort oben mit Schutzhelm und Atemmaske auf dem Gipfel und grinste wie nicht mehr ganz normal. Und als dann ein paar hundert Meter entfernt Lava aus dem Krater hochgeschleudert wurde, war das ein phantastischer Anblick – inzwischen war die Sonne untergegangen, und die Lava leuchtete in allen Rot- und Orangetönen. Und dieser Sound, wow. Wie Kanonendonner. Zum Glück ist der Stromboli ziemlich harmlos, sehr viel unheimlicher fühlte es sich an, auf dem schwarzen, dampfumwehten Gipfelplateau des Ätna zu stehen.



(Coverfoto: ©Ueberreuther Verlag)

Du tauchst auch gern und hast neben dem Roman „Ruf der Tiefe“ auch drei DelfinTeam-Jugendromane geschrieben. Warum haben es dir Delfine so angetan?
Bevor ich sie persönlich kennengelernt habe, fand ich einfach, dass es sehr schöne und kluge Tiere sind. Nachdem ich in Hawaii vier Wochen lang geholfen habe, vier Große Tümmler zu trainieren, wusste ich auch noch, dass sie einen verschmitzten Humor haben, es toll finden, mit Menschen zusammen zu sein und auch mal schlechte Laune haben können. Alles sehr sympathisch, oder?



(Coverfoto: ©Ueberreuther)


Unter Sylvia Englert erscheinen Sachbücher für Erwachsene zum Thema Schreiben, Sachbücher für Kinder und Kinderbücher. Im deinem letzten Sachbuch erklärst du Schreibanfängern und Umsteigern wie man am besten ein Jugendbuch verfasst. Gibst du auch Workshops und was gibst du deinen Schülern mit?

(Coverfoto: © Autorenhausverlag)

Ja, ich mache auch hin und wieder einen Workshop in München, außerdem helfe ich anderen Autoren über Gutachten und Coachings. Das macht mir großen Spaß, gerade wenn ich bei jemandem Potenzial sehe. Ich vermittle in den Workshops viele handwerkliche Grundlagen und übe Dinge wie einen Plot zu entwickeln und Figuren zu charakterisieren. Wir haben alle eine Menge Spaß dabei, und wenn sie aus meinen Veranstaltungen kommen, brennen viele Teilnehmer darauf, sich noch am gleichen Abend an die Tastatur zu setzen und loszuschreiben.



(Coverfoto: ©Ars.edition, Gosia Kollek)

Meine Mädchen lieben die Pink Pirates Bücher und fragen mich immer, wann es Nachschub gibt. Erscheint bald ein neues Buch der Reihe?
Leider nein. Der Verlag hat sich dagegen entschieden – die Verkaufszahlen waren nicht hoch genug. Also, Leute, wenn ihr Fan eines Autors seid, kauft seine Bücher, sonst erscheint von ihm nichts mehr!



(Coverfoto: ©Ars.edition)

Ach das ist schade, meine Mädels werden traurig sein. Du schreibst auch Bücher in der Reihe „Frag doch mal die Maus“. Wie bist du an diese Aufträge gekommen?
Über meinen Agenten, Gerd Rumler. Er hatte sehr gute Kontakte zu cbj/Random House und wusste natürlich, dass dort eine neue Sachbuchreihe geplant war. Da ich schon Erfahrung im Kindersachbuch hatte, durfte ich einen Probetext abliefern... und letztlich habe ich sieben Bände für die Reihe geschrieben und dabei meine sämtlichen Hobbys und Interessen abgegrast, vom Weltall (ich war früher nachts oft mit der Sternkarte draußen und mit dreizehn habe ich mich mit klopfendem Herzen bei der NASA beworben...), über alles, was auch nur im Entferntesten mit dem Meer zu tun hat (ich mag es einfach!) bis hin zu Vulkanen & Erdbeben (wohin dieser Auftrag geführt, ist ja bekannt!).



(Cover: ©ars.edition)


Im Dezember 2013 hattest du zum ersten Mal eine Lesung an einer Blinden- und Sehbehinderten-Schule . Wie hat sich das ergeben und was war der Unterschied zu einer „normalen“ Schul-Lesung?
Die Lehrerin, Judith, ist in der gleichen Taekwondo-Schule wie ich, und irgendwie hat sie erfahren, dass ich Bücher schreibe... tja, auf einmal hatten wir einen Lesungstermin! Weil es am Nachmittag war, habe ich meinen Sohn als Assistenten mitgenommen, wir fanden es beide sehr spannend, mehr über die Art zu erfahren, wie Sehbehinderte ihr Leben meistern. Es gibt da erstaunliche Tricks, zum Beispiel wie die Kinder ein Bild malen und mitbekommen können, was sie eigentlich gemalt haben (man legt ein Drahtgitter unter das Blatt, so dass sich die Spur der Wachsmalkreide als 3-D-Relief auf dem Papier abzeichnet).


Bei deinen Maus-Lesungen für Grundschüler liest du nicht nur aus den Büchern, sondern führst auch Experimente durch, stellst Quizfragen, gibst Gegenstände herum und zeigst Bilder dazu. Zuletzt warst du mit deiner Lese-Show “Schiffe” unterwegs. Die Kinder (ab 1. Klasse) erfahren, wieso Wikingerschiffe einen Drachenkopf hatten, wie Schiffe einen Sturm überstehen können und wie ein Eisbrecher funktioniert. Das alles liest du natürlich nicht nur, sondern führst es sogar vor – dazu hast du dir sogar extra einen kleinen, aber funktionstüchtigen Eisbrecher anfertigen lassen. Wie kommen diese Lesungen, bzw. Shows bei den Kindern an?

Gerade Grundschüler sind neugierig, spontan, wissbegierig – und überschütten mich meist mit Fragen. Ein wunderbares Publikum. Aber nur mit Mikro! Denn gerade wenn man auch Bilder zeigt und Dinge herumgibt, ist das alles so aufregend, dass man unbedingt mit den anderen Kindern darüber reden möchte...

(Cover: ©Katja Brandis)


Apropos Eisbrecher, dein nächster Recherchetrip führt dich in die Kälte. In einer Woche geht´s los. Was genau hast du vor und warum?
Mein nächster Jugendroman „White Zone“ wird in der Antarktis spielen... und ich finde es ja immer sehr prickelnd, sich vor Ort umzuschauen, bevor man einen Roman schreibt. Ich werde mit einem kleinen ehemaligen Forschungsschiff zur Nördlichen Halbinsel der Antarktis fahren, jede Menge Eisberge sehen, bis auf ein paar Meter an Pinguinkolonien herankommen, Wale und Robben beobachten, mit Schneeschuhen durch die Landschaft stapfen, eine russische Forschungsstation besuchen... kurz, ich bin sehr gespannt! Und eine Zwischenstation der Reise (Buenos Aires) kann ich sogar noch als Schauplatz für einen weiteren Roman nutzen – na wenn das keine Win-win-win-Situation ist. Bißchen blöd ist nur, dass ich Sommersachen (in Buenos Aires ist gerade Hochsommer, 40 Grad!) und Polarausrüstung einpacken muss!

Das Forschen und Entdecken macht dir persönlich auch einen Riesenspaß, den Eindruck habe ich jedenfalls. Warst du als Kind schon eine kleine „Forscherin“?
Stimmt, aber ich glaube, das sind die meisten Kinder. Nur kartieren die meisten nicht mit aller Gründlichkeit den Bach im Wald nebenan und schreiben über ihre Entdeckungen ein kleines Sachbuch (hat mir sehr viel Spaß gemacht).

Du wirst von einem Agenten vertreten Wie bist du zu ihm gekommen und wie ist die Zusammenarbeit?
Ich kannte Gerd F. Rumler schon, als er noch Lektor beziehungsweise Programmleiter war, und riet ihm dann selbst dazu, es doch mal als Agent zu versuchen – denn dafür muss man viele Leute in der Branche kennen, wissen, wie die Konditionen sind, und ein guter Netzwerker sein. Ist bei Gerd alles der Fall!


Du schreibst unter drei verschiedenen Namen. Weshalb?
Ich schreibe in sehr vielen verschiedenen Genres – das ist für Leser und Buchhändler sehr schwer, weil sie einen ja irgendwie einsortieren wollen. Damit ich aus solchen Schubladen nach Belieben hinaushüpfen kann, habe ich mehrere Künstlernamen. Der wichtigste ist aber absolut Katja Brandis, die Jugendromane liegen mir am meisten am Herzen.

Hast du schon eine neue Romanidee?
Klar, aber die verrate ich hier natürlich nicht. Die nächsten drei Romane sind schon sehr konkret in der Planung.


Was tust du, wenn du mal nicht schreibst, liest, recherchierst, plottest, überarbeitest?
Mit meinem Sohn in den Wald oder ins Schwimmbad gehen, mich mit einem dicken Wälzer auf die Couch knallen, unsere Katzen durchknuddeln, mit meinem Mann eine Folge „Big Bang Theory“ oder „Breaking Bad“ schauen, zum Taekwondo-Training gehen...


(Foto: Katja Brandis auf der Buchmesse; ©Katja Brandis)


Du hast einen Sohn. Wie findest du die Zeit zum Schreiben neben dem Muttersein und wie gestalten sich die Recherchereisen. Kommt dein Sohn mit oder hast du jemanden der auf ihn aufpasst.
Eins ist klar, ab halb drei oder drei Uhr muss ich die Finger von der Tastatur lassen, dann gehört meine Zeit meinem Sohn (und, na ja, auch dem Haushalt). Ich habe aber das große Glück, dass Robin sich sehr für Bücher und meine Arbeit interessiert. Seit er ungefähr fünf ist, nehme ich ihn hin und wieder zu meinen Lesungen mit, das findet er ziemlich cool. Er ist mein Testleser, hat mich beim Ausprobieren der Mausbuch-Experimente tatkräftig unterstützt und begleitet mich jetzt – immerhin ist er schon sieben Jahre alt - auch immer häufiger auf Recherchereisen. Bei den Vulkanen durfte er zum Beispiel mit (die gefährlichen Sachen habe ich aber alleine gemacht), und bei der Iglu-Übernachtung, meiner Vorbereitung für die Antarktisreise, war er auch dabei und hatte viel Spaß. Das alles geht natürlich nicht immer, und immer wenn die Lesereisen-Saison anfängt, bin ich heftig am rotieren, um seine Betreuung zu organisieren.

Das kenn ich natürlich auch alles und viele Autor/innen mit Kindern können dir sicher nachfühlen.
Liebe Katja, vielen Dank für das Gespräch! Ich wünsche dir noch viel Erfolg mit deinen Büchern, viel Spaß bei deinem eisigen Recherchetrip. Ich freue mich schon auf das Buch und wünsche dir alles Gute.


Liebe Leser/innen, wenn ihr mehr über die Autorin wissen wollt und keines ihrer Bücher mehr verpassen wollt, dann folgt ihr doch auf facebook, oder schaut auf den Websiten vorbei.

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Und vergesst nicht mit zu machen!!

9 Bücher liegen im Topf!
3 mal "Nachtlilien" (für Erwachsene)
3 mal "Vulkanjäger" (ab 13)
3 mal "Pink Pirates" (ab 4)

Wer sie haben will, beantwortet mir eine der gestellten Fragen jeweils im Special

Bis bald!
Eure Jenny